Sensation geschafft: Jugend steigt in die NRW-Liga auf

Lange hatten unsere Jungs auf dieses Event hin gefiebert, endlich war der große Tag gekommen: Aufstiegsrelegation zur NRW-Liga in der Arena an der Woorthstraße. Vier Teams hatten sich dazu in Schultendorf eingefunden, neben uns waren das noch die DJK Ewaldi Aplerbeck, der TTC Mennighüffen und die TTC Champions Düsseldorf. Letztere haben bereits in der vergangenen Saison in der NRW-Liga gespielt und versuchten die Klasse zu halten, während die anderen nach guten Leistungen in ihren jeweiligen Bezirksligen um den Aufstieg kämpften.

NRW Rele Mannschaftsfoto

Die glücklichen Aufsteiger: Jan Baustian, Niklas Lobitz, Carlo Nowoczin und Tobias Nentwig

Die Ausgangslage versprach einen spannenden Verlauf, vom TTR-Wert gesehen gingen die Düsseldorfer als leichter Favorit in die Spiele, die anderen drei Teams waren auf Augenhöhe. Und so war uns klar, am Ende würde die Tagesform über Sieg und Niederlage entscheiden, wobei wir uns durch den Heimvorteil noch ein zusätzliches Plus versprachen. Und so viel vorweg: Die grün-weißen Fans standen wie eine Mauer hinter dem Team und sind am positiven Ausgang sicher nicht unbeteiligt.

Unser erstes Duell bestritten wir mit der Truppe aus dem Dortmunder Stadtteil Aplerbeck. Aus Aplerbecker Sicht versprach man sich insbesondere vom Brett 1, das im mittleren Paarkreuz der Bezirksliga aufschlägt, eine Menge (allerdings nicht in Aplerbeck, die hiesige 1. Herren spielt in der Kreisliga). Bereits zu Beginn dieser Partie war die Anspannung in der Halle zu spüren. Alle Spieler hatten natürlich zusätzlich mit Nervosität zu kämpfen, die die meisten allerdings schnell ablegen konnten. Die Doppelpunkte wurden geteilt, Carlo und Niklas setzten sich in vier Sätzen zum Sieg durch. Besonders gelungen war dabei ein taktischer Leckerbissen. Als die Gegner beim Stand von 5:8 im vierten Satz eine Auszeit nahmen entschieden man sich in der kurzen Beratungspause für einen schnellen Überraschungsaufschlag von Niklas, der fällige Rückschlag kam wie gehofft erst im Parallelspiel Mennighüffen gegen Düsseldorf wieder am Boden an, womit die Gegenwehr endgültig gebrochen war :D und der erste Doppelpunkt an uns ging. Jan und Tobi hingegen kamen gegen das starke Doppel 1 der Dortmunder nicht so recht ins Spiel und unterlagen.

NRW Rele Doppel Aplerbeck

Tobi und Jan im Doppel gegen Aplerbeck

Gleiches Bild oben, Carlo trotz guter Ansätze ohne wirkliche Chance gegen Brett 1. Da fehlte auch ein bisschen der Glaube an die eigene Stärke. Jan brauchte lange um gut reinzukommen, gewann den 5. Satz am Ende jedoch souverän. Es folgte einer der beiden wichtigen Breaking Points der Partie. Niklas lag bereits mit 0:2 zurück und sein Gegner hatte im dritten Satz Matchbälle. Diese konnte Niklas jedoch abwehren und die Partie noch nach Schultendorf holen.
Tobi setzte sich am Nebentisch problemlos durch. So gingen wir mit einer Führung von 4:2 in die zweite Einzelrunde, da die Relegation jedoch bereits im Werner-Scheffler System gespielt wurde, war das gerade einmal die halbe Miete.
Für den zweiten Knackpunkt aus Aplerbecker Sicht sorgte dann jedoch Jan. Besonders durch variables Aufschlag-Rückschlag Spiel konnte er den Dortmunder Spitzenspieler komplett aus seinem Konzept bringen und letztlich deutlich mit 3:1 schlagen. Dieser Treffer saß, dass die Aplerbecker damit nicht gerechnet hatten, war ihnen direkt anzumerken. Danach war merklich die Luft raus. Aplerbeck konnte im Duell der Dreier zwar noch seinen 3. Punkt erspielen die restlichen Partien gingen jedoch deutlich an uns.
So schlugen unsere Jungs also den ersten Gegner Aplerbeck mit 8:3, in der Höhe vielleicht etwas zu deutlich, jedoch absolut verdient. Der erste Schritt in Richtung NRW-Liga war getan.

NRW Rele Teffen

Der nächste Gegner des Tages waren die TTC Champions Düsseldorf, auf dem Papier die stärkste Truppe der Relegationsrunde. In diesem Match wurden die Zeichen bereits zu Beginn auf Sieg gestellt. Die Düsseldorfer probierten es mit einer taktischen Doppelaufstellung, Brett 2 und ein Ersatzspieler versuchten sich als Doppel 1 gegen Tobi und Jan, Brett 1 und 4 sollten gegen Carlo und Niklas einen Punkt sichern. Diese Aufstellung ging gründlich in die Hose. Beide Doppel gingen in 4 engen Sätzen an Grün-Weiß und brachten uns mit 2:0 in Front, ein unerwartet guter Start. Wenn man auch in dieser Partie die Schlüssel zum Sieg sucht, dann war das neben der erfolgreichen Doppelvorstellung das nun folgende Einzel von Jan. Er lag gegen das unangenehme Materialspiel seines Gegners bereits mit 0:2 hinten, wie Niklas im ersten Spiel des Tages konnte er das Ruder jedoch herumreißen und letztlich den 5. Satz sicher zu 3 gewinnen. Carlo war im zeitgleichen Spiel gegen Brett 1 zwar chancenlos, jedoch konnten Tobi und Niklas ihre ersten Spiele problemlos gewinnen, womit wir auf einmal mit 5:1 in Führung lagen, damit hatte keiner gerechnet.
Die zweite Einzelrunde ging dafür klar an die Gäste aus der Landeshauptstadt. Carlo und Niklas verloren jeweils knapp im 5. zu 9, während Jan zum ersten Mal an diesem Tag dem Kräfteverschleiß Tribut zollen musste. Im Duell der 1er stand er völlig neben sich und konnte seinen Gegner nicht fordern. Schade, dieses Match hätten wir gerne bei Topform beider Spieler gesehen. Glücklicherweise zeigte Tobi, dass er heute der Mann für die wichtigen Punkte war. Er durchbrach die Serie und konnte auch sein zweites Einzel gewinnen, sodass wir nach dem zweiten Durchgang immer noch mit 6:4 führten.
Etwas glückloser agierte er daraufhin im Spiel gegen Brett 1 (O-Ton des Sportwartes: „Wenn er den auch noch schlägt, setze ich bei unserer Rele aus und lasse Tobi den Vortritt“, vielleicht war das zu viel Druck ;) ) und musste die Überlegenheit seines Gegners nach 3 deutlichen Satzniederlagen anerkennen. Besser machten es Jan und Carlo, die in ihren dritten Einzeln die beiden abschließenden Punkte holten und den 8:5 Sieg für GWS perfekt machten.
Nach dem Auftaktsieg folgte also ein weiterer gegen den Favoriten. Zeitweise sah es sogar nach einem deutlicheren Sieg aus, das wäre jedoch nicht gerecht gewesen. Die Zeichen standen auf Aufstieg vor allem aufgrund der Tatsache, dass der letzte Gegner TTC Mennighüffen sich im bisherigen Verlauf der Spiele als das schwächste Team präsentiert hatte. Unabhängig davon war uns klar: Um ganz sicher zu gehen, den 1. Platz zu belegen und eine weitere Relegationsrunde zu vermeiden, mussten mindestens 7 Punkte her.

Die Jungs begannen verheißungsvoll. Von den ersten 7 Spielen wurden 6 ziemlich deutlich gewonnen, nur Carlo musste sich in einem knappen Duell der gegnerischen Nummer 1 geschlagen geben. Es fehlte also noch ein Punkt und die Stimmung in der Halle war dementsprechend geladen. Carlo hatte es selbst in der Hand den Entscheidungspunkt zu machen, beim Stand von 2:0 und deutlicher Führung im dritten Satz, merkte man ihm jedoch an, dass er sich der Situation bewusst war und die Nervosität somit immer stärker wurde. So blieb es an Tobi, während Carlo noch spielte, im Duell der Dreier den Aufstiegspunkt fix zu machen. Im vierten Satz punktete er zum 11:4 Endstand und machte damit die Rückkehr von GWS in die Verbandsliga nach über 20 Jahren perfekt, die Halle stand Kopf!
Danach hieß es jedoch noch einmal volle Konzentration, schließlich wollten wir auch dieses Spiel mit einem Sieg abschließen. Das ließ sich Niklas in seinem letzten Spiel des Tages nicht nehmen und sicherte so den 8:2 Sieg für GWS und die makellose Bilanz von drei Siegen aus drei Spielen.

Was bleibt also im Rückblick? Zunächst einmal ein Riesendank an alle Zuschauer, die unser Team vom ersten bis zum letzten Ballwechsel unterstützt haben (so viel, dass einige Gästefans es doch vorgezogen hätten, ein Blitzschachturnier zu verfolgen), außerdem einen großen Dank an alle Helfer, die bei Auf- und Abbau, Planung, Cafeteria etc. mitgeholfen haben und somit dazu beigetragen haben, dass dieser Tag ein voller Erfolg werden konnte.
Und natürlich ein Riesenkompliment an unsere Nachwuchstalente, die sich von der scheinbaren Außenseiterrolle nie aus der Konzentration bringen ließen und in den letzten Wochen mit einer Trainingsleistung ohnegleichen auf den Punkt topfit geworden sind. Mit diesen Jungs (aber auch dem einen oder anderen Zuschauer und Nachwuchstalent von morgen) braucht uns um die sportliche Zukunft nicht bange zu werden. Nun heißt es aber zunächst einmal zurück an die Tische und fleißig weiter trainieren. Bekanntlich ist nach dem Aufstieg ja vor dem Kampf um den Klassenerhalt und für dieses nächste Ziel müssen wir uns definitiv noch etwas steigern.

NRW Rele Cafeteria

Sorgten in der Cafeteria für eine reibungslose Verpflegung
aller Anwesenden: Sabrina und Sabine

Unnötig zu erwähnen, dass der heutige Erfolg jedoch zunächst einmal mit den Spielern und den Zuschauern gefeiert werden musste, zunächst an der Halle und später ging's noch weiter. Man munkelt, es wurde fast so lange und engagiert gefeiert, wie Tischtennis gespielt auch das war definitiv NRW-Liga würdig ;) .

NRW Rele Feier

Jetzt muss gefeiert werden!

Auch eine tragische Parallele hatte dieser Tag zum letztmaligen Aufstieg von GWS in den 90ern: Damals bestritt unser Sepp altersbedingt gerade sein letztes Spiel in der Jungenklasse, ebenso geht es nun Jan. Er wird nächstes Jahr zu alt sein, um die Früchte seiner Arbeit in der NRW-Liga ernten zu können. Allerdings hat er bereits angekündigt, von der Seitenlinie als Trainer und Betreuer tatkräftig zur Mission Klassenerhalt beizutragen.

NRW Rele Die VerhindertenUnsere beiden Verhinderten: Jan und Sepp

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